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DER STEPHANSDOM

Der "Steffl": Mächtigkeit, die sprachlos macht

Der Stephansdom - Wiens Wahrzeichen aus unbekannter Meisterhand. 230.000 farbige Glasurziegel schmücken das Dach. 850 Jahre Geschichte verbergen sich hinter den Mauern - und sogar unter der Erde. Tägliche Führungen zeigen den Dom von der Gruft bis zum Aussichtsturm.

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Wer auch immer die Herren Architekten damals waren, sie lassen die Dombesucher bis heute ehrfürchtig verstummen. Hohe Pfeiler, die ins Unendliche zu gehen scheinen. 39 Meter prächtiges Kircheninneres. Mittelalterliche Kunstwerke, barocke Altäre, detailverliebte Verzierungen. Nehmen Sie sich Zeit für das Mittelschiff mit der berühmten spätgotischen Kanzel. Eine sagenhafte Schnitzeljagd der Symbolik. Der Handlauf ist von Fröschen, Schlangen und Lurchen bevölkert. Finden Sie auch den Wachhund, das "Hündchen ohne Furcht", das aufpasst, dass den Prediger kein Tier anfällt? In Stein gehauen sind ebenfalls die vier Kirchenväter und der "Fenstergucker" - ein Selbstbildnis des Baumeisters.

Doch selbst ein sakraler Kolossalbau wie der Stephansdom war nicht unverwundbar. 1945 wurde er zertrümmert und zerstört. Durch den Brand fing der Glockenstuhl Feuer. Am Boden zerschellte die dicke Pummerin - die zweitgrößte Kirchenglocke der Welt, ganze 20 Tonnen schwer, so viel wie vier ausgewachsene Elefantenbullen. Doch die Bevölkerung packte an, baute ihn wieder auf. Bald erstrahlte das gotische Meisterwerk in neuem, altem Glanz. Die neue Pummerin wurde aus den zerbrochenen Teilen der alten Pummerin gegossen und hängt im Nordturm. Ein Fahrstuhl führt heute die 60 Meter zu ihr hinauf. Sie spielt noch heute ihr wummerndes Geläut zu besonderen Anlässen.

Es war nicht das erste Mal, dass die Wiener und Wienerinnen um ihren "Steffl" fürchteten. Während der Türkenbelagerung stand er unter Beschuss - die Einschusslöcher von etwa 1.000 Kanonenkugeln am Südturm sollen dies bezeugen. 137 Meter misst der Riese, 343 Treppenstufen führen hoch bis zur Türmerstube. Er ist das Hauptwahrzeichen der Stadt und bietet das schönste Wien-Panorama: Von der Innenstadt über die Donau bis zu den Bergen.

Zurück auf dem Boden, verwundern die roten und weißen Markierungen im Straßenpflaster auf dem südlichen Stephansplatz. Hier verstecken sich unterirdische Kapellen. Rot kennzeichnet die Magdalenenkapelle, weiß die Virgilkapelle. Lohnend: Ein Besuch der U-Bahnstation Stephansplatz. Durch ein Schaufenster kann man hier in die mittelalterliche Virgilkapelle blicken. Das Wien Museum bietet sogar Führungen an.

Kontrovers diskutiert, aber nichtsdestotrotz beliebtes erstes Haus am Platze: das Haas-Haus. Postmoderne pur. Passt so etwas überhaupt zu den schnuckeligen Biedermeier-Häusern und engen, schmalen Gässchen? Geschmackssache. Wie immer. Der Dom spiegelt sich jedenfalls ganz wunderbar in den Scheiben und wer drinnen einen Platz hinter der großen Glasfassade des Do & Co Restaurants ergattert hat, wird mit dem phänomenalen Ausblick durch das riesige Panoramafenster mehr als versöhnt. In jedem Fall: ein außergewöhnliches architektonisches Gipfeltreffen.

Geöffnet: Außerhalb der Gottesdienste Mo. - Sa. 9.00 - 11.30 und 13.00 - 16.30, So. 13.00 - 16.30, Eintritt all-inklusive Führung (Dom, Katakomben, Südturm, Domschatz) Erwachsene 17,90 Euro, Nordturm mit Pummerin Erwachsene 5,50 Euro, Kinder 2,- Euro.

Fotos: Wien Tourismus, F 3, Manfred Horvath, Peter Rigaud, Daniela Stallinger, Christian Stemper; Pixabay

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