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Reiseziele in Italien   


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Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien

Sie wollen ans Meer? Fahren Sie nach Italien. Lieber in die Berge? Fahren Sie doch nach Italien. Eine Kulturreise zu den berühmtesten Kunstwerken der Welt? Dann sollten Sie nach Italien fahren. Oder doch ein Wochenende Shopping? Italien ist die richtige Wahl. Städtetrip? Romantischer Kurztrip? Wandern? Kulinarische Reise? Wale beobachten? Italien. Italien. Italien.

Italien ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Und das schon seit dem 18. Jahrhundert. Goethe verbrachte zwei Jahre in seinem "Arkadien". In den 1950ern war Italien das Urlaubsland Nummer Eins. Gut mit dem Auto zu erreichen, Strand, Sonne, Dolce Vita und gutes Essen. In den letzten Jahren hat der gute Ruf Italiens durch politische Wechselhaftigkeit, hohe Arbeitslosigkeit und Streiks gelitten. Warum sie trotzdem nach Italien fahren sollten? So viel sei verraten: Es ist nicht nur wegen der Pizza. Obwohl die auch ein verdammt guter Grund ist.

Willkommen im Land der Hundertjährigen

Fast könnte man meinen, ganz Italien steht auf der Liste der UNESCO-Welterbestätten. Auf jeden Fall sind viele der 100.000 Denkmäler im Land bei der UNESCO gelistet. Kaum ein Quadratzentimeter auf der italienischen Erde, auf der nicht etwas historisch Wichtiges passiert ist. Es gibt so viele Schlösser und Burgen, dass die italienische Regierung mit der Denkmalpflege nicht hinterher kommt und deshalb hunderte geschichtsträchtige Gemäuer an Leute verschenkt, die sich um sie kümmern.

In Italien sind nicht nur die Gebäude alt: Immer wieder machen Sardinien und einzelne Dörfer in Italien Schlagzeilen, weil hier erstaunlich viele Hundertjährige leben. Doppelt so viele wie in anderen Ländern. Was das Geheimnis ihres langen Lebens ist? Forscher vermuten, dass die mediterrane Küche dabei eine große Rolle spielt: frisches Gemüse, gutes Olivenöl, salzige Sardellen, selbstgemachtes Brot, Nudeln und ein Gläschen Wein. Dolce Vita bedeutet kein Stress, dafür Lebensfreunde und Familiensinn.

So geht es hin

Kaltern

Von Deutschland aus ist Norditalien gut mit dem Auto zu erreichen. Von München bis Triest sind es nur 500 Kilometer. An der Grenze gilt: Abblendlicht an. Das ist Vorschrift. Fast alle Autobahnen in Italien sind gebührenpflichtig - die Höhe richtet sich nach der zurückgelegten Strecke. Die können Sie an Mautstationen entweder in bar oder manchmal auch mit Kreditkarte bezahlen. Am einfachsten ist jedoch der Telepass, ein kleiner elektronischer Empfänger, der die Durchfahrt an Mautstationen registriert. Dieser kann auch von Touristen gekauft werden.

Wundern Sie sich nicht über die zweisprachige Beschriftung auf vielen Schildern: in Südtirol zusätzlich auf Deutsch, im Aostatal auf Französisch und in Friaul Julisch Venetien auf Slowenisch. Hinweisschilder für die Autobahnen sind grün, Landstraßen blau, innerstädtische Schilder sind weiß und braune Schilder weisen auf touristisch interessante Stätten hin. Innerhalb von Ortschaften dürfen Sie 50 Stundenkilometer fahren, auf Landstraßen 90 und auf der Autobahn 130 Stundenkilometer.

Kleiner Tipp: Nicht immer ist der Landweg der schnellste. Wollen Sie nach Sizilien, nehmen Sie einfach die Fähre von Neapel nach Palermo, statt die Autobahn bis in die Stiefelspitze zu fahren und von dort aus überzusetzten. Das ist wesentlich entspannter.

Die Deutsche Bahn hat dank des "Europa Spezial"-Tickets günstige Verbindungen nach Italien. Über die Webseite der Deutschen Bahn lassen sich auch Verbindungen innerhalb Italiens finden. Im Land ist der Zug das günstigste Verkehrsmittel, besonders angesichts der Mautgebühren. Die Nahverbindungszüge sind sehr billig, aber anfällig für Verspätungen. Auch Fernbusse fahren nach Italien. Doch wer die nehmen will, sollte die Verbindung gut vergleichen, sonst dauert die Strecke München-Triest schon mal 10 Stunden. Mit dem Flugzeug ist Italien ebenfalls gut an Deutschland angebunden.

So ticken die Italiener

Venedig

Italienische Kultur hatte es den Deutschen schon im 18. und 19. Jahrhundert angetan. Eine Bildungsreise nach Italien gehörte damals zum guten Ton. Den zweiten Frühling erlebte die italienisch-deutsche Beziehung in den 1950ern, als die italienische Lebensart als das Ideal galt und die Deutschen massenweise Urlaub im Süden machten. Spontan, leidenschaftlich, sorglos, charmant - so das Bild der Italiener bei den Deutschen. Auch die Integration der italienischen Gastarbeiter wurde als vorbildlich empfunden. Allerdings: Ein gewisses Misstrauen schwingt mit, wenn die Deutschen über die Italiener reden. Unzuverlässig seien sie und Schlitzohren, auf sein Auto sollte man dort auch aufpassen und dann die Streiks und Verspätungen ... für den Deutschen ein echter Horror. Die Italiener wiederum schätzen die Deutschen: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, man respektiert die Gesetze und Verkehrsregeln - und diese Effizienz! Wie schön wäre Deutschland, meint der Italiener, wenn da nicht die Deutschen seien. Die Familie hat nicht den gleichen Stellenwert wie in Italien, Religion schon gar nicht. Stur und arrogant seien sie. Fazit: Deutsche lieben die Italiener, aber schätzen sie nicht. Italiener schätzen die Deutschen, aber lieben sie nicht.

So schmeckt Italien

Die Italiener sind keine Frühstücker. Morgens einen schnellen Espresso an der Theke (im Sitzen kostet es extra - "Coperto" auf der Rechnung) und ein Stück süßes Gebäck. Mittag- und Abendessen sind dafür umso opulenter. Fast Food ist das Gegenteil von Italienisch. Das mehrgängige Abendessen fängt spät an, nicht vor 20.30 Uhr. Um durchzuhalten, essen daher viele Italiener eine Zwischenmahlzeit - "la merenda". Vorm Abendessen: der Aperitivo, gefolgt von einer Auswahl Antipasti. Der erste Gang besteht oft aus Risotto, Suppe oder einem kleinen Pastagericht. Fleisch oder Fisch wird zum Hauptgang serviert - Beilagen werden separat dazu bestellt. Zum Nachtisch gibt es Käse oder Obst, gern darf es dann auch noch ein Kaffee oder Grappa sein (beides auf einmal ist dann ein "caffè corretto"). Zum Essen gibt es bevorzugt Wein, gerne aber auch ein Bier.

Die italienische Küche: Darüber ließen sich Bände schreiben. Der Italienurlaub ist definitiv eine schlechte Zeit für eine Diät. Oder für eingeschränkten Kaffeekonsum. Selbst der Cappuccino an der Autobahnraststätte ist ein Gedicht. Und das Eis erst ...

Das sollten Sie gesehen haben

Florenz

Was sich angucken im Land der 100.000 Schlösser und Burgen? Wer Rom mal auf andere Weise entdecken will, macht eine Literatur-Stadtführung mit. So kann man auf den Spuren von Robert Langdon aus den Büchern von Dan Brown durch Rom stöbern. Auch per Vespa oder Oldtimer lässt sich die Ewige Stadt erkunden. Im knallbunten Fiat 500 fährt man selbst - der Stadtführer erzählt alles Wissenswerte per Walkie-Talkie. So oder so: ein Muss sind das Kolosseum, der Trevi-Brunnen, die Spanische Treppe, der Vatikan, das Pantheon und viel mehr. Gutes Schuhwerk ist hier unerlässlich. Wer in der Toskana ist, macht einen kurzen Zwischenstopp für einen Blick auf den schiefen Turm von Pisa. Die spätbarocke Stadt Ragusa auf Sizilien bietet prächtige Architektur, die unter dem Schutz der UNESCO steht. Wer shoppen möchte, fährt nach Mailand.

Was die wenigsten wissen: Am Tyrrhenischen und Ligurischen Meer kann man Wale beobachten. Zwölf Arten sind hier zuhause - darunter Finnwal, Pottwal und Schwertwal. Ab Genua gibt es Schifftouren zu den riesigen Meeressäugern. Auch Delphine lassen sich häufig blicken.

Beeindruckende Natur gibt es in ganz Italien. In der Nähe von Triest lassen sich Wanderer vom schroffen Karstgebirge verzaubern, die Adria mit ihren Lagunen und Sandstränden ist als Badeurlaubsziel beliebt. Alpen und Dolomiten sind bevorzugte Skigebiete im Winter, wo sich im Sommer auch Biker und Kletterer vergnügen. Italien ist eines der wenigen europäischen Länder, in denen Vulkane aktiv sind. Die Bekanntesten sind Ätna, Stromboli Vesuv. Bis in die 1980er konnte man den Vesuv per Sesselbahn erkunden, heute führt eine Straße bis auf einen Kilometer an den Krater heran - den Rest muss man zu Fuß zurücklegen.

So wird das Wetter

Strand in Italien

Das Wetter ist einer der Gründe, warum Italien so ein beliebtes Urlaubsziel ist. Bekannt für sein mildes, mediterranes Klima, bietet Italien aber mehr als Sonne. In den Alpen im Norden liegt lange Schnee - perfekt für Wintersportler. An der Alpensüdseite dagegen gibt es wenig Niederschlag. Im Süden ist der Sommer sehr heiß, im Herbst ist es noch lange warm. Im Winter sind Schneefälle im Inneren des Landes keine Seltenheit. Auf Sardinien und Sizilien spürt man den Einfluss des afrikanischen Klimas. Wann Sie nach Italien reisen sollten, hängt davon ab, was Sie dort vorhaben. Wer früh im Jahr schon in die Sonne möchte, dem seien die Oberitalienischen Seen ans Herz gelegt. Von November bis April ist Skisaison in Höhenlagen. Sardinien und Südtirol bieten sich für Reisen im Herbst an. Dann ist es dort noch angenehm warm.

Das sollten Sie auch noch wissen

Die Italiener legen Wert auf gute Kleidung: Bummeln in Badekleidung, Flip-Flops, Shorts oder grellen Hemden ist verpönt. In Venedig gibt es sogar ein Bußgeld über 200 Euro für alle, die sich in Bikini oder Badehose auf öffentlichen Plätzen zeigen (ein Schnäppchen im Vergleich zur Strafe fürs Taubenfüttern: 450 Euro). Beim Besuch von Kirchen sollten Schultern und Beine bedeckt sein. Ganz so verschlossen muss man sich am Strand nicht zeigen, aber hier heißt es: Nackt baden und sonnen ist ausdrücklich verboten. Auch für Kinder. Ebenso: Umkleiden am Strand, Tiere, laute Musik - verboten.

Rauchen ist in Restaurants, Kinos und öffentlichen Verkehrsmitteln verboten. Auch in privaten Autos darf nicht gequalmt werden, wenn Kinder unter zwölf Jahren mitfahren.

Wundern Sie sich nicht, wenn im Supermarkt an der Ware keine Preise stehen - das ist in Italien nicht gesetzlich vorgeschrieben. Nachfragen ist allerdings kein Problem.

Das schönste Souvenir

Casolari

Traditionell bringen Deutsche aus Italien gerne Sonnenbräune mit - oder je nach Veranlagung auch einen Sonnenbrand. Von einer Flasche seines Lieblingsweins oder - typisch italienisch - Limoncello hat man aber länger was. Lederwaren kauft man am besten in Florenz, Keramik an der Amalfiküste, handgeschöpfte Papierwaren in Venedig. In Rom shoppt der Papst in der Boutique Gammarelli in der Via di Santa Chiara - ein Paar Socken von dort sorgen für Gesprächsstoff bei der nächsten Party.

Mein Fazit

Wo ich hinfahren würde, wenn mir jemand einen Trip nach Italien spendieren würde? Ganz klar: Florenz! Die Stadt der Medici und Zentrum der Renaissance, die Europa aus dem Mittelalter führte. Selbst für italienische Verhältnisse hat die Stadt eine erstaunliche Dichte an bedeutenden Museen mit noch bedeutenderen Kunstwerken. Hier lebten und arbeiteten Leonardo da Vinci, Michelangelo, Galileo Galilei. In der "Accademia di Belle Arti" steht die bekannteste Statue der Kunstgeschichte: der David von Michelangelo. Die Uffizien (früher Amtsgebäude, heute Museum) zeigen Botticellis "Die Geburt der Venus" und das berühmte Luther Bild von Lucas Cranach dem Älteren. Und natürlich möchte ich hier auch dem größte Kunstwerk, das die Italiener der Welt geschenkt haben, huldigen: der Pizza.

Fotos: Martin Weisensel/ Sanja Stöcklin/ Tourismusverein Kaltern am See, Tiberio Sorvillo/ Turismo Toscana/ Südtirol Marketing/ Pixabay

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