aussicht_c_privat

Nonnenmattweiher – eine Perle der Natur im Schwarzwald

Stress, Zeitdruck, Hektik. Unser Leben ist voll davon. Wer kennt nicht das Gefühl, sich teilen zu müssen, um an mehreren Orten gleichzeitig zu sein, um all die Aufgaben des Alltags bewältigen zu können. Wann immer mir das Leben zu schnell geht und der Lärm zu viel wird, ziehe ich mich in die Natur zurück und lasse den Rest hinter mir.

Da ich das Glück habe, im Schwarzwald aufgewachsen zu sein und noch immer hier lebe, kenne ich den Wald und seine malerischen Lichtungen wirklich gut. Doch kein anderer Ort verzaubert mich jedes Mal aufs Neue so sehr wie der Nonnenmattweiher, der zwischen Badenweiler und dem Belchen hoch oben im Wald versteckt liegt.

Nonnenmattweiher – Ein Weiher für Nonnen?

Der Nonnenmattweiher ist ein kleiner Badesee. Mit einer Länge von nur etwa dreihundert Metern und einer Breite von etwa zweihundert Metern ist er vielleicht sogar der kleinste Badesee der gesamten Region – zumal nur die Hälfte des Weihers zum Baden freigegeben ist, da der Südteil des Sees aus einer Torfinsel besteht, die nicht betreten werden darf.

Was mich persönlich sehr überraschte, ist die Tatsache, dass die Ursprünge des Weihers bis in die Eiszeit zurückgehen, als Gletscher den Karsee formten. Allerdings geht man davon aus, dass der See bereits im Mittelalter stark verlandet war, weshalb das Wasser aufgestaut wurde, um den Weiher zu erhalten. Noch heute ist der Nonnenmattweiher von den Torfinseln und moorastigen Böden geprägt, die einen Großteil des Weihers ausmachen. Wer also ein Bad in glasklarem Wasser nehmen möchte, ist hier falsch. Als ich mich letzten Sommer dazu überwunden hatte, in das kühle Nass zu hüpfen, war ich danach von einer leichten, schlammigen Schicht überzogen. Die Haut war schön weich und zart, wie nach einer Kur. Der Nonnenmattweiher entzückt also jene Naturliebhaber, die ein Bad im dunklen, moorigen Wasser nicht scheuen und ein kostenloses Moorbad zu schätzen wissen.

Doch aufgepasst!

Aufgrund der Torfinsel ist das Wasser des Nonnenmattweihers trüb, moorig und dunkel. Dies ist der perfekte Lebensraum für diverse Fischarten und Pflanzen. Wen die Anwesenheit von Hecht und Co. also stört, muss vorsichtig sein! Auch mir selbst ist solch ein Ungetüm bereits begegnet.

Aber wieso heißt dieser See nun Nonnenmattweiher? Ich erzähl’s Ihnen! Wer denkt, dies habe etwas mit gläubigen Nonnen zu tun, schließt sich wohl der Sage an, wonach ein Nonnenkloster durch das Gericht Gottes im Weiher begraben worden sei. Eine andere Erklärung scheint allerdings weitaus glaubhafter: Früher wurden Kühe zur Mast auf genau die Fläche getrieben, wo nach dem Dammbau nun der Weiher ist. Im Volksmund nannte man diese Kühe früher Nonnen oder Nunnen, weshalb der See nun Nonnenmattweiher heißt und mit diesem Namen auch überregional Touristen und Tagesausflügler anlockt.

zu sehen ist unsere Reise-Expertin Jessica am See

See, Wälder, Natur: und ich mittendrin. (Foto: privat)

Eine schöne Destination für einen Tagesausflug

Der Nonnenmattweiher ist ein Paradies für jeden, der dem Alltag entfliehen und die Natur einatmen möchte. Ob mit dem Auto aus umliegenden Orten wie Badenweiler oder dem Wiesental, oder zu Fuß – bereits die Anreise ist ein wunderschönes Erlebnis. Inmitten des herrlichen Schwarzwaldes führen nämlich unzählige Wanderwege von den nahegelegenen Dörfern wie zum Beispiel Bürchau oder Hinterheubronn den Berg hinauf direkt zum Weiher. Vorbei an ausladenden Schwarzwaldtannen und grasenden Kühen, begleitet von Vogelgezwitscher und mit dem Duft des Waldes genieße ich persönlich es immer sehr, die Sinne vom Lärm und Gestank der Stadt zu befreien.

Die Gegend rum um den Weiher ist die Heimat vieler seltener Pflanzen und Tiere. Nicht ohne Grund wurde das Gebiet rund um den Weiher 1987 zum Naturschutzgebiet erklärt, um diese Einzigartigkeit für kommende Generationen zu erhalten.

Am Weiher angekommen gibt es eine kleine Liegewiese in der Sonne, um sich nach dem Wandern oder Baden auszuruhen. Besonders schön finde ich es, wenn man sich ein Picknick mitbringt und so den Tag mit seinem Liebsten verweilt, fernab jeglichen Verkehrs oder Lärms.

Egal ob alleine, mit dem Partner, der ganzen Familie oder mit Hund – für jeden, der die Natur liebt, ist dieser Ort eine Reise wert! Um die Natur jedoch zu schützen, ist es am Nonnenmattweiher verboten, ein offenes Lagerfeuer zu machen oder zu campen. Grillfans dürfen jedoch den schön angelegten Grillplatz direkt am See benutzen. Zudem lädt ein kleines Restaurant, die Fischerhütte, mit einheimischen und selbstgemachten Spezialitäten zur Einkehr ein. Mit einem netten „Solli mitenand!“ wird man vom Wirt begrüßt, der einem freudig auf Alemannisch eine „Chäsplatte“ oder „Wurscht mit Grumbiiresalat“ mit einer erfrischenden „Öpfelsaftschorle“ anbietet.

Mein Tipp:

Wenn der Wetterbericht ein besonders schönes und heißes Wochenende ankündigt, lohnt es sich, entweder früh am Morgen zum Weiher aufzubrechen oder andernfalls spät abends zu gehen. Aufgrund der Beliebtheit des Badesees ist er an solch sonnigen Tagen nämlich stark besucht. Wer also früh aufsteht und den Morgen genießt, kann sich nicht nur die besten Plätze auf dem naheliegenden Parkplatz oder der Liegewiese sichern, sondern auch die herrliche Stille des Waldes genießen. Besonders magisch ist es immer dann, wenn sich die nächtlichen Nebelschwaden in den Wald zurückziehen und die Wiesen einhüllen. Wenn dann die ersten Sonnenstrahlen durch das Dickicht des Waldes und über die Baumkronen strahlen, kann der unvergessliche Sommertag beginnen!

Wandern am und zum Nonnenmattweiher

Wandern am Nonnenmattweiher

Wander- und Wasserfreunden geht am Nonnenmattweiher das Herz auf (Foto: privat)

Der Nonnenmattweiher ist der ideale Ausgangsort für eine ausgiebige Wanderung durch den Schwarzwald und anschließendem Baden oder Grillen am Weiher.

Um den kostenlosen Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Weihers zu erreichen, fahren Sie nach Mittelheubronn (zwischen Müllheim und Neuenweg) und folgen der Beschilderung zum Nonnenmattweiher. Am Parkplatz finden Sie eine große Informationstafel, auf der die Wanderrouten abgebildet sind. Es gibt drei herrliche Rundwanderwege, die jeweils mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet sind. Diese Rundwege sind zwischen 12 und 15 Kilometer lang. Aber keine Sorge: wer einfach nur einen Spaziergang unternehmen möchte und wem die Wanderwege zu weit sind, der folgt einfach der weißen Beschilderung vor Ort.

Mein persönliches Highlight:

Besuchen Sie den Aussichtspunkt am Weiherfelsen und genießen Sie die atemberaubende Aussicht auf den Nonnenmattweiher, den Belchen und die umliegende Region!

Als ich zuletzt dort war, lag noch vereinzelt Schnee und die Bäume waren noch kahl. Dennoch war ich von der Aussicht verzaubert! Im Sommer ist es dort oben am Weiherfelsen sogar noch schöner, weil alles in einem satten Grün leuchtet. Um zu diesem Aussichtspunkt zu gelangen, können Sie zwischen zwei Wegen wählen. Der schönste Weg führt sie am Grillplatz vorbei in den Wald. Dort folgen Sie der Beschilderung zum Weiherfelsen (ca. 2 Kilometer). Allerdings ist der Weg sehr steil und geht in einen Trampelpfad über, der über Stock und Stein durch den Wald führt. Die letzten paar Meter sind eine echte Herausforderung. Doch ich sage Ihnen: Die Aussicht ist es jedes Mal wert! Jedoch sollte der Weg nur mit festem Schuhwerk und sicherem Tritt gegangen werden. Für jeden, der es lieber weniger abenteuerlich mag, gibt es einen breiten Wanderweg direkt zum Weiherfelsen (3,5 Kilometer). Zwar ist der Weg selbst nicht ganz so schön wie der andere, aber die Aussicht am Ende ist exakt die gleiche!

Links zum Weiherfelsen ist der einfache Weg, rechts der etwas anstrengendere. Dieses Schild steht an der Gabelung, wenn Sie am Ende des Weges vom Parkplatz zum Weiher ankommen. (Foto: privat)

Links zum Weiherfelsen ist der einfache Weg, rechts der etwas anstrengendere. Dieses Schild steht an der Gabelung, wenn Sie am Ende des Weges vom Parkplatz zum Weiher ankommen. (Foto: privat)

Mein Fazit:

Der Nonnenmattweiher ist eine hervorragende Destination für Jedermann – egal zu welcher Jahreszeit! Im Frühling kann man die Verwandlung des Waldes wahrnehmen, im Sommer die intensiven Farben bestaunen und baden, im Hebst die letzten warmen Sonnenstrahlen im farbigen Laub genießen und im Winter Schneeschuhwandern oder mit den Langlaufskiern die Gegen unsicher machen. Also kommen Sie in unseren schönen Schwarzwald und besuchen Sie den Nonnenmattweiher!

zu sehen ist eine Torfinsel

Torfinsel (Foto: privat)

 

Angebote im Südschwarzwald

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *