Segeln, was das Zeug hält
Wilde Wellen, geblähte Segel, dramatische Wolkenkulissen: Auf den niederländischen Gemälden des so genannten Goldenen Zeitalters ist richtig was los. Die Hamburger Kunsthalle zeigt nun rund 80 Meisterwerke aus dieser Epoche. Freiheitsdrang und Abenteuerlust schwappen einem da förmlich entgegen. Doch es gibt auch durchaus besinnlich-beschauliche Ansichten.
Die Werke bezeugen nicht nur die Kunstfertigkeit ihrer Schöpfer, sondern sind zugleich als Dokumente historischer, topographischer und meteorologischer Ereignisse zu verstehen. Doch aufgepasst: Die Bilder vermitteln dem Betrachter ganz bewusst einen Eindruck von Seefahrt, die so nie statt gefunden hat. Die Schiffe sind hier vielmehr Metapher des Lebens, Symbol für den Staat und für die Erkundung von fernen Ländern. Quasi eine Art Demonstration von stolzer Außen- und weitsichtiger Handelspolitik im 17. Jahrhundert. Immer zu verstehen vor dem Hintergrund, dass sich das wirtschaftliche und politische Schicksal der Niederländer des Goldenen Zeitalters am und im Wasser abspielte.
Ausgestellt sind die Hauptvertreter dieses Genres, Ludolf Backhuysen, Jan Porcellis, Willem van de Velde und Simon de Vliegher. Sie haben spektakuläre Werke geschaffen, die den Betrachter auch heute noch stark in ihren Bann ziehen.
„Segeln, was das Zeug hält“, Hamburger Kunsthalle, bis 12. September 2010
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