Sonderausstellung in Straßburg:
Richard Deacon, The missing part
Museum für moderne und zeitgenössische Kunst Straßburg – 4. Juni bis 19. September 2010
Der britische Künstler Richard Deacon (geb. 1949) gilt als einer der führenden Vertreter der zeitgenössischen Plastik. Deacons Werk verbindet in ein und derselben Dynamik die poetische Metapher mit der körperlich-gegenständlichen Erfahrung, am Ort der Inszenierung wie bei der Entstehung. Der Künstler bearbeitet nebeneinander monumentale Maβstäbe und kleine Formate. Dabei verwendet er so unterschiedliche Werkstoffe wie Holz, Stahl, Harz und seit 2001 auch Keramik. Es ist charakteristisch für sein Herangehen, dass er den technischen Entstehungsprozess seiner Plastiken nicht maskiert. Die biomorphe Prägung seiner Formensprache wird durch die Titel der Werke noch unterstrichen, die häufig aus dem sensorischen oder sprachlichen Register schöpfen. Deacons Arbeiten schlagen in vielfacher Hinsicht Brücken zwischen Formen und Sprache und reihen sich auf sehr eigenständige Art in die Nachfolge von Hans-Jean Arp ein.
Die Schau entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler. Er zeichnet für das Ausstellungsdesign verantwortlich und entwirft speziell für die gläserne Eingangshalle des MAMCS eine monumentale Plastik. Auf rund 1000 m2 erhält der Besucher einen umfassenden Überblick über Deacons Schaffen, beginnend bei seinen ersten Arbeiten aus den 1970er-Jahren, darunter Druckgrafiken und Archivaufnahmen seiner frühen Performances, die hier erstmals öffentlich zu sehen sind, bis hin zu den jüngsten Werken. Insgesamt umfasst die Ausstellung über 100 Werke aus französischen und ausländischen Privatsammlungen und öffentlichen Museen sowie aus dem Fundus des Künstlers.
Weitere Informationen: www.musees-strasbourg.org
